Jammern Sie noch – oder gehen Sie schon los?

Wagen Sie den ersten Schritt

Manchmal erwartet ein Leser, dass er in meinem Buch ganz genaue Anweisungen findet, wie er/sie vorwärts gehen soll, um einen Partner zu gewinnen. Vielleicht so etwas wie einen Stadtplan: gehe über die A-Straße in die B-Straße. Dann entlang der C-Straße über die D-Brücke und dann … ein leichter, locker-flockiger Spaziergang, jede Etappe genau beschrieben. Zwischendurch einen Kaffee … und locker weiter. Und dort, da wo das rote Herz auf den Plan gemalt ist, da steht die Wunschpartnerin/der Wunschpartner bereit und wartet. Man braucht nur hinzugehen und sagen: Da bin ich. Und das Leben wird wunderbar.

Wenn das so einfach wäre, dann wäre ich reich und berühmt und würde nur noch Pläne zeichnen. Ihren individuellen Weg zum Erfolg können nur Sie selbst bestimmen, Sie gestalten ihn beim Gehen. Ich kann nur Ihr Katalysator sein. Ich gebe Hinweise, zeige Beispiele, stelle hier und da Wegweiser auf.

Ein „Absolute Beginner“ könnte einwenden: „Ich habe es doch besonders schwer, einen Partner zu gewinnen. Denn ich habe ja keine Ahnung von Beziehung und Körperlichkeit. Mich will ja eh niemand. Deshalb bleibe ich hier sitzen und tue gar nichts. Und wenn eine/einer mich doch will, dann sage ich lieber gleich Nein, denn es könnte ja sein, dass es eh nicht klappt. Ich könnte irgendetwas falsch machen und mir dann vorkommen wie ein Looser. Dann lieber gleich Nein. Ich bleibe lieber gleich hier im Eck und tue erst mal nix.

Und sollte ich einer Frau/einem Mann gestehen, dass ich noch gar nichts weiß von Liebe und Partnerschaft? Was soll sie/er denken von mir? Die/Der geht doch gleich wieder. Nee, nee. Und die/der dort drüben im Eck, die/der eigentlich ganz sympathisch wirkt, soll bleiben wo der … oder sollte ich doch mal kurz lächeln?“

Kontakt können Sie nur im Kontakt lernen

Es ist aber für alle Menschen so – ob AB oder „Normalo“: Kontakt können Sie nur im Kontakt lernen. Auch wenn’s zu Anfang nicht perfekt klappen sollte, geben Sie sich die Chance, im Laufe der Zeit dazu zu lernen. Sie werden besser werden! Das ist bei allem so. Erst im Laufe der Zeit entsteht eine entspannende Routine.

Im Buch habe ich im Kapitel: „Bereit für die Reise? Ihre Check-Liste“ (Seite 130-142) genau aufgelistet, wie man beginnen kann, sich psychisch und physisch vorzubereiten. Es geht als erstes immer wieder darum, das Beste aus seinem Typ zu machen und dann darum, Gelegenheiten herzustellen, um Kontakte zu üben. Über letzteres möchte ich hier schreiben.

Was heißt das konkret? Ganz „einfach“: Sie müssen nach draußen. Sie dürfen sich ausprobieren. Und wenn Sie sich noch so unzulänglich dabei vorkommen sollten, es wird besser werden. Das versichere ich Ihnen. Alle Klienten, mit denen ich arbeite, wissen zunächst nicht, wie sie Kontakt zum anderen (oder eigenen) Geschlecht herstellen können.

Wie fängt man an? Schaffe Sie sich Möglichkeiten. Nehmen Sie sich ein Stück Papier und kreieren Sie einen „Stadtplan“. Was macht Ihnen Freude und bietet Kontaktmöglichkeiten? Ein regelmäßiger Abendkurz? Ein Wochenend-Angebot der VHS? Ein Verein? Ein Stammtisch? Ein AB-Treffen?

Bleiben Sie locker. Es geht zuerst nur um eine unverbindliche, absichtslose Begegnung

Viele Menschen mit wenig Erfahrung neigen dazu, Kontakte zu vermeiden, weil sie befürchten, „ES“ nicht zu schaffen. Sie befürchten, dass sofort herauskommen könnte, dass sie keine sexuelle Erfahrung haben, schon wenn man miteinander plaudert. Als würde es auf der Stirn stehen. Das ist nicht so. Vielleicht wirkt der eine oder die Andere etwas schüchtern und unsicher. Das macht nichts. Bleiben Sie locker. Wichtig ist, dass Sie sich keinen Ergebnisdruck machen. Es geht zuerst nur darum zu lernen und zu üben, einen unverbindlichen, absichtslosen Kontakt herzustellen. Nicht darum, die/den anderen gleich zu erobern!

Sie dürfen Erfahrungen sammeln! Das gehört zum Leben dazu. Es geht ja zunächst einmal „nur“ darum, ein angenehmes Gespräch zu führen mit einem Menschen, den Sie attraktiv finden. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Und wenn Sie damit Routine gesammelt haben, dann geht’s weiter.

Es steht die Angst im Weg, etwas falsch machen zu können. Sich zu blamieren. Abgewiesen zu werden. Einen „Korb“ zu bekommen. Das ist sehr verständlich. Die Angst ist allerdings meistens ein schlechter Ratgeber. Früher, vielleicht in Kinderjahren, war die Angst hilfreich. Mit dem Rückzug konnte man schlechten Begegnungen ausweichen. Heute - als Erwachsener - ist sie oft hinderlich und bremst den Elan, einfach mal auszuprobieren. Ist Ihre Angst zu groß? Dann könnte professionelle Unterstützung durch einen Psychotherapeuten hilfreich sein.

Ich kann Ihnen versichern: Sie werden auf ihrem Weg Körbe bekommen. Denn das gehört nun mal dazu. Seien Sie stolz auf sich, Sie waren mutig! Lecken Sie Ihre Wunden. Und weiter geht’s. Da wo die Angst ist, da geht’s lang! (Das sagte uns meine Lehrerin vom Experimentellen Theater vor 30 Jahren. Als wir dazu neigten, ab und zu mit dem Rücken zum Publikum zu spielen.)

Kontakt  muss gelernt werden. Es gibt keinen anderen Weg. Ja, man kann Bücher lesen von Flirt Coaches. Aber ausprobieren muss man selbst. Man darf auch mal was falsch machen. Man darf zwischendurch auch mal lachen über sich selbst und die ersten tapsigen Versuche, ein Gegenüber zu beeindrucken. Lachen entspannt und schüttelt das Zwerchfell. Man wirkt gleich freundlicher. Man darf sich dem Leben stellen!

Kommen Sie in Bewegung! Ohne Ergebnisdruck. Das ist der erste Schritt.

Ihre Monika Büchner